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    Tagebuch  

Shanghai ist anders!
Tag 0 - Auf geht's mit Geschrei
Tag 1 - Shanghai lacht
Tag 2 - Im Land der Fahrräder
Tag 3 - Bootsfahrt
Tag 4 - Shoppingwahn
Tag 5 - Das Gehupe nervt
Tag 6 - Nr. 5 ist groß genug
Tag 7 - Der Preis ist heiß
Tag 8 - Fehlende 2 Meter
Tag 9 - Zünftige Bierstube
Tag 10 - Über den Wolken
Tag 11 - Fragen & Antworten
Tag 12 - Letzte Runde
Tag 13 - Der Abschied

 

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14 Tage Shanghai. 14 Tage neue, vor allem andere Erfahrungen. 14 Tage Erlebnisse der besonderen Art.
 

Um eines vorweg zu sagen und ausdrücklich zu betonen: Diese 14 Tage am anderen Ende der Welt waren und sind sehr bewegende, beeindruckende und wichtige Erfahrungen in unserem Leben, die wir ganz bestimmt nicht mehr missen wollen. Wir haben trotz der unterschiedlichen Vorraussetzungen dieser Reise beide sehr ähnliche Erfahrungen und Eindrücke sammeln können, haben beide sehr viel von uns selbst kennen gelernt, was wir vorher so nicht kannten. Was wir aber auch nicht kennen konnten, da keiner von uns jemals in solch, ich möchte es mal „Extremsituationen“ nennen, geriet, wie eben in Shanghai. 

Es wurde deutlich, warum diese Stadt von so vielen Menschen als „aufregendste Stadt der Welt“ beschrieben wird. Es wurde aber auch deutlich, das der Chinese, der bereits lange in Europa lebt, nicht gleich der Chinese aus China ist. Er ist eben anders. Sich auf eine Stadt vorzubereiten mag gelingen, sich mit Benimmregeln auseinander zusetzen ebenso Aber bei all den Lektüren im Vorfeld der Reise: Es ist beinahe unmöglich, die Mentalität zu beschreiben, um sich darauf einzustellen. Wir mussten sie einfach „erleben“. 

Was Europäer als „normal“ beschreiben, ist in Shanghai teilweise absurd. Was in Europa absurd, ist für die Menschen in Shanghai normal. So waren die ersten Tage dann auch ein regelrechter Kulturschock für uns, den wir verarbeiten mussten. Mit Unverständnis und regem Kopfschütteln gingen wir so durch die ersten Tage. Erwachsene Menschen, die so albern und verspielt wirken, auf der anderen Seite aber unfreundlich, stur und intolerant reagierten. Ältere Menschen durften nur selten fotografiert werden, Kinder wurden regelrecht in die Linse gedrückt, damit sie abgelichtet werden konnten. Unvorstellbarer Kitsch und soviel Reklame, dass selbst Amerikaner staunend stehen blieben, aber den fremden Kulturen und Sprachen völlig konservativ gegenüberstehend.  Die wie wild hupenden Autofahrer, die rasend durch die Stadt eilen, aber die niemals fluchen, wenn sie geschnitten werden. Die Berufstätigen im feinen Anzug, aber mit total dreckigen und abgelatschten Schuhen, dazu noch spuckend durch die Gegend ziehend. Modernste Wolkenkratzer, die die Tradition umbauen. Es dauerte, bis all die Gegensätze sich zu einem großen Ganzen für uns erschlossen.  

Und trotz allem zog uns diese Stadt von Beginn an in ihren Bann. Faszinierend zu beobachten, wie sich das ganze Leben draußen auf den Strassen abspielt. Zu sehen, wie gerne Chinesen essen. Aber auch bedrückend, dass es scheinbar kaum richtige zwischenmenschliche Beziehungen zu geben scheint. Das oftmals das Lachen in den Gesichtern fehlt, weil es für viele immer noch eine Art „Gesichtsverlust“ bedeutet. Ungewohnt, wie ehrfurchtsvoll Menschen sein können. Bei uns daheim undenkbar.  

Es war dieser Mix aus Mentalität, Geschichte und Moderne, der eine unglaubliche Faszination auf uns ausgeübt und auch jetzt noch starke Wirkung hat. Shanghai hat zwei Fans mehr. Die Stadt hat uns „geschafft“.

 

Shanghai – Die Stadt ohne Mittelmaß