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    Tag 12... - oder: Letzte Runde  

Shanghai ist anders!
Tag 0 - Auf geht's mit Geschrei
Tag 1 - Shanghai lacht
Tag 2 - Im Land der Fahrräder
Tag 3 - Bootsfahrt
Tag 4 - Shoppingwahn
Tag 5 - Das Gehupe nervt
Tag 6 - Nr. 5 ist groß genug
Tag 7 - Der Preis ist heiß
Tag 8 - Fehlende 2 Meter
Tag 9 - Zünftige Bierstube
Tag 10 - Über den Wolken
Tag 11 - Fragen & Antworten
Tag 12 - Letzte Runde
Tag 13 - Der Abschied

 

 

 

 

 

Ein komische Gefühl war es schon als dieser Tag anfing. Es war der letzte komplette Tag in Shanghai. Wollte ich mittendrin ganz schnell nach Hause, so wäre ich jetzt lieber noch länger in dieser Stadt. Ganz behäbig startete so dieses letzte Kapitel der Reise. Yvonne war arbeiten und ich kam zu der Ehre einen zweiten Besuch im Jade Buddha Tempel zu tätigen. Wenn ich fies wäre, würde ich ja jetzt zuhause vor Freunden und Eltern behaupten, dass ich Abbitte für meine Frau leisten wollte, für ihren „Ich handel auch bei Buddha“ Fehltritt vor einigen Tagen. Der Grund war aber ganz profunder Natur. Es fehlten noch ein paar Abschiedsgeschenke, die im Tempel zu besorgen waren. Seit dem gestrigen Abend wusste ich ja nun auch, wie man sich an dieser heiligen Stätte verhalten sollte. Zu unserer Erleichterung sei gesagt, dass Jessicas Bruder ebenfalls einmal als „Händler“ im Tempel aufgetreten ist. Ihm war es auch als Chinesen nicht geläufig, dass es sich nicht gehört. Jessica war es peinlich, uns diente es als Erleichterung. Der Andrang an diesem Tag war noch um ein vielfaches Höher als beim ersten Besuch. Es wurden noch mehr Papiertüten verbrannt und noch mehr Schleifen aufgehängt.  

Mit den restlichen Geschenken im Gepäck, natürlich wieder solch komisches Gezubbel fürs Handy, entschied ich mich für den Rückweg zu Fuß. Diese Ecke der Stadt hatten wir ja mit Ausnahme des Tempels nicht richtig erkundet, und so wurde auch dieser Marsch wieder ein einmaliges Erlebnis. Besonders viele Kleinkinder waren an diesem Tag auf den Beinen, oder den Armen der Eltern. Stolz hielten mir diese dann auch ihren Nachwuchs in die Kamera. Weitere schöne Bilder entstanden. Etwas wehmütig sog ich noch mal das Leben und Treiben in mich auf. Der Weg zum Hotel hätte ruhig etwas länger sein können. Übrigens verrichteten die Schuhe vom Fake-Markt immer noch brav ihren Dienst. Da soll noch einer sagen, billig wäre schlecht. Als Yvonne von der Arbeit kam, stand nur noch Koffer packen und Pizza im Hotelrestaurant auf dem Programm. Mit etwas Kummer dachten wir an den Rückflug. Kinder und Babys in allen Ehren, aber auf dem Rückflug wäre ein kinderloser Jet schon wünschenswert.